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Autor Thema: Es geht zu Ende  (Gelesen 2071 mal)
nessie
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« am: April 11, 2008, 12:51:22 »

Hi,
bin neu hier und etwas planlos...
Meine Geschichte ist eigentlich die von grummel. 20 Jahre Beziehung, zwei Kinder, vieles erreicht. Nur blieb die Liebe etwas auf der Strecke. Eigentlich ganz schleichend im Alltag. Es hat mich geschmerzt und so wollte ich das Ruder herumreißen. Am selben Tag gestand mir meine Frau (36), daß sie mich (38) verlassen wollte. Mein Fall war unendlich ins bodenlose! Das war vor 4 Wochen - am Montag besichtigt sie ein Zimmer.
In dieser Zeit bin ich durch die Hölle gegangen und wieder zurück, habe das Tal der Tränen durchschritten, kann nicht mehr essen und schlafen. Zum seelischen Verfall kommt natürlich jetzt auch der körperliche.
Ich habe hier gelesen, daß man stark sein muß, loslassen muß, sonst kann es keinen eventuellen Neuanfang geben. Meine Frau lehnt einen Neuanfang kategorisch ab. Ich denke, das ist nicht die ganze Wahrheit; sie braucht Abstand zum Nachdenken. Doch ich habe panische Angst, daß es diesen letzten Versuch nicht mehr geben wird. Ich habe ja noch meine Kinder, die bei mir sind und wodurch ich eine Aufgabe habe, die mich stark machen wird.
In unserem Straßenzug trennen sich fünf weitere Paare - eine wahre Epedemie!
Bringt die Zeit der Trennung eine Erkenntnis, die sich zum Guten wenden kann? Wir haben einen Termin bei der Eheberatung. Hat jemand damit Erfahrungen, die mir helfen können?

Ich hoffe, hier ein paar Antworten zu finden, die ich mir selber nicht geben kann...
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Dacor
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« Antworten #1 am: April 11, 2008, 14:32:42 »

Hi nessie,

Willkommen im Club, und im Forum.

nessie wie kommst du darauf dass deine Frau Abstand braucht zum Nachdenken ? Über was soll sie denn nachdenken?
Sie hat dir gesgt sie will die Trennung und lehnt einen Neuanfang kategorisch ab, das zeigt doch dass sie schon über alles nachgedacht hat! Oder glaubst du es wacht jemand Morgens auf und sagt sich so heute trenne ich mich mal schnell von meinem Partner ? Nein so ist es nicht sie hat diesen Entschluss gefasst weil sie eben schon nachdachte.

Das andere mit dem loslassen, ja das ist ganz wichtig auch wenn es verdammt schwer ist, aber es ist so ziemlich der einzige Weg sich damit abzufinden und zu verarbeiten. Hoffen dass es nochmal was wird das kann man aber du solltest dich mit dem Gedanken anfreunden dass es eher nicht der Fall sein wird.
Die Idee deine Frau kommt zu dir nach Hause wenn du arbeitest und geht wieder wenn du kommst .....ohje ohje .....nessie das wird für dich zur Höllen Qual werden !!
So wird sie auch für sich selbst nicht rausfinden können was ein Leben ganz ohne dich für sie bedeutet ob sie dich noch brauch oder nicht ....sie hat dich ja Indirekt jeden Tag und wenn sie geht kann sie ihr Leben so leben wie sie möchte , aber DU, DU wirst jedesmal, jeden Tag ihr nachtrauern, dich fragen wo sie jetzt hingeht was sie jetzt macht, mit wem sie sich trifft usw. Da hilft am besten wirklich aus den Augen aus dem Sinn, wenn auch nicht gleich und sofort aber dies ist der beste Weg!

Was wollt ihr bei einer Ehe Beratung wenn deine Frau sich schon entschieden hat und nicht mehr zurück will 

Na auch egal Ich wünsche dir viel Kraft nessie und Durchhaltevermögen vor den Zeiten des leidens die da kommen werden, pass ja gut auf die kleinen auf, sie werden am meisten von allen leiden auch wenn sie es nicht zeigen !

Gern würde ich dir etwas anderes schreiben aber meine Erfahrungen haben mir immer wieder gezeigt dass wenns aus ist es auch so ist !   

Ich drück dir aber doch mal ganz feste die Daumen für was auch immer du wirst es brauchen . 

LG

Dacy
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katja
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« Antworten #2 am: April 11, 2008, 16:32:38 »

Lieber Nessie,

Dacor hat schon vieles von dem geschrieben, was ich zu euch ebenfalls geschrieben hätte. Ich kann dir von meiner Geschichte erzählen, wo ein Neuanfang nach einer Zeit der Trennung ausgezeichnet geklappt hat und sich unsere Beziehung großartig neu gestaltet und weiter entwickelt hat. Aber die Grundlage war dazu, dass wir jeder eine Zeit für uns hatten, in der wir uns alleine für uns klar gemacht haben, was es ist, was wir wollen - jeder für sich und mit dem anderen- und dass bei beiden der feste Wunsch und die Bereitschaft sowie ein tiefer Glaube vorhanden war, dass wir es schaffen können. Auch wir haben keine Garantie, dass es für die Ewigkeit so bleiben wird, aber wir haben bewusst gelernt, Krisen zu akzeptieren, durchzustehen, nicht wegzulaufen und zu erkennen, was der andere uns bedeutet.. langfristig.

Eine Therapie haben wir nicht gemacht, aber viel miteinander gesprochen und wenig mit anderen (über unsere Schwierigkeiten). Wir haben nur auf uns geschaut und das war gut so, denn alle anderen hatten immer andere Haltungen dazu, bedingt durch eigene Erfahrungen etc.

Ich würde sagen: Es funktioniert nur, wenn BEIDE es ohne Vorbehalte wollen (und da sage ich bewusst nicht "versuchen wollen", sondern nur WOLLEN!). Wenn einer eine Entscheidung getroffen hat, auch gegen die Fortführung einer Beziehung, dann muss man das aus meiner Sicht lernen zu akzeptieren, denn der freie Wille des anderen sollte uns wichtig sein - so schmerzlich das auch sein mag. Das ist aus meiner Sicht ein Teil echter Liebe, die nicht vornehmlich egoistisch ist.

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Kraft, positive Gedanken und dass ihr auch im Hinblick auf die Kinder eine gute Form findet, mit der Krise und den anstehenden Veränderungen umzugehen.


Katja
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Ururmel
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« Antworten #3 am: April 11, 2008, 17:00:18 »


 Es funktioniert nur, wenn BEIDE es ohne Vorbehalte wollen (und da sage ich bewusst nicht "versuchen wollen", sondern nur WOLLEN!). Wenn einer eine Entscheidung getroffen hat, auch gegen die Fortführung einer Beziehung, dann muss man das aus meiner Sicht lernen zu akzeptieren, denn der freie Wille des anderen sollte uns wichtig sein - so schmerzlich das auch sein mag. Das ist aus meiner Sicht ein Teil echter Liebe, die nicht vornehmlich egoistisch ist.


... so isset ... auch wenn es schwer fällt...

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...vllt. im nächsten Leben...
nessie
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« Antworten #4 am: April 11, 2008, 18:25:36 »

Puuuh, harter Stoff, aber ich danke für Eure Meinungen.
Ich glaube aber, der Entschluß zur Trennung ist noch nicht so tief verwurzelt und nun baut sie eine Mauer um sich herum. Auch um stark zu wirken. Ich will halt nicht die Tür verschließen. Geistig beginne ich mich auf einen möglichen "Tag X" vorzubereiten. Das gelingt noch nicht so. Das braucht auch bei mir Zeit. Eine momentane Trennung ist das Beste, damit jeder heraus findet, was er wirklich will. Ganzer Abstand für eine Weile wäre das Beste, aber da sind ja noch die Kinder, die ihre Mutter natürlich sehen wollen.
Ich setze schon etwas auf die Eheberatung, die uns vielleicht Wege in alle Richtungen aufzeigen kann...
 
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Su
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« Antworten #5 am: April 11, 2008, 19:16:30 »

Hallo Nessie...

Herzlich Willkommen bei uns..deinen ersten Forenkaffee hast du ja schon bekommen....  Wink

Dieser Satz von dir macht mich NACHDENKLICH ...

"Es hat mich geschmerzt und so wollte ich das Ruder herumreißen. Am selben Tag gestand mir meine Frau (36), daß sie mich (38) verlassen wollte."

Ihr habt mit dem REDEN sehr lange gewartet  Roll Eyes Das Ruder rumreissen geht nicht im Alleingang..denn wer einseitig rudert fährt im Kreis  Wink

Dieses Thema hatte ich heute schon ( Grüßle an grummel .. )

Ich denke das Abstand und Trennung auf Zeit nicht das SCHLECHTESTE ist.. nur wer geht kann zurück kommen...

Gegenseitige Werte überdenken...

Katja spricht mir aus dem Herzen...

So wünsche ich EUCH beiden viel Glück bei der Eheberatung...

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sagte der Stein zur Blume und flog davon .
nessie
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« Antworten #6 am: April 12, 2008, 09:12:10 »

Hallo alle,

jetzt stellen sich mir nur noch Fragen, auf die ich keine Antwort finden kann:

Kann es den Neuanfang nicht doch geben?
Hat sie sich entschieden in der Hoffnung ich will es auch und nun kennt sie meine Gefühle für sich und stellt ihre Entscheidung in Frage? Die Trennung erscheint mir manchmal etwas halbherzig. Sie zieht sie nicht konsequent durch. Noch wohnen wir zusammen.
Ist da nicht doch jemand anderes?
Sie fühlt sich momentan eingeengt. Braucht sie die Trennung zum überlegen?
Warum bekommt man manchmal einen herzlichen Gute-Nacht-Kuß, manchmal nur einen eiskalten Blick?

Das Wechselbad der Gefühle bei ihr verunsichert mich.

Danke für Eure Ratschläge. Einiges fällt mir nun schon leichter...

 
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Einzeller
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« Antworten #7 am: April 12, 2008, 09:18:23 »

Lieber Nessie,

das Wechselbad der Gefühle sind ganz normal. Wenn man nicht gerade ein gefühlskaltes Gegenüber hat, ist auch für den Verlasser nicht gerade leicht, dem anderen weh zu tun. Aber wenn man für sich einmal die Entscheidung getroffen hat, so geht es nicht mehr weiter, braucht es auch noch eine Menge Kraft es wirklich durch zu ziehen. Aber ehrlich gesagt, wenn die Trennung mal vollzogen wurde, fühlt sich der andere meist befreit. Der andere fällt in ein Loch, aber durch den Abstand bekommt man es ja nicht mehr mit...zumindest nicht allzu oft. Und ich sage mal "nur" weil man für sich entschieden hat, die Beziehung ist beendet, heißt es ja nicht, dass der andere einem gleichgültig ist. Erinnerungen sind eine starke Macht und das Neue gilt ja auch für denjenigen, der geht. Leicht ist es für beide wohl nicht. Ob sie die Trennung wirklich will oder einfach nur mal zeigen wollte, bis hier hin und nicht weiter.....

Aber dann müsste auch von ihr etwas kommen, das Hoffnung gibt....nicht verhaltensmäßig, sondern verbal.

Am Anfang klammert man sich noch an jeden Strohhalm, um das Unausweichliche zu verhindern. Ein schwerer Weg, dabei den Respekt vor sich selbst und vor der Entscheidung an sich nicht zu verlieren.

Ich wünsche Dir viel Kraft!

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Actually, the only effective way of changing another person is by changing yourself.
nessie
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« Antworten #8 am: April 13, 2008, 00:00:16 »

Hallo Einzeller,

verbal? Da weiß ich nicht so recht. Zumindest heute nicht. Ich werde abgelehnt, als Partner, aber man redet noch mit mir. Mal wird mir in die Augen gesehen, mal wird mir ausgewichen. Ob die Trennung eine Auszeit sein soll oder endgültig, das erfahre ich nicht. Wir hatten heute einen schönen Tag als Familie, einer bleibt mir noch, dann kommt der Auszug. Sie wollte nichts regeln, es geht aber um viele Dinge: Wann bekomme ich das Familienauto? Heute erfuhren es die Eltern. Wie bleibt der Kontakt zu den Kids? Nichts ist überlegt. Wie regel ich das mit den Freunden? Soll geheim bleiben. Sie will kommen und kochen, wenn ich nicht da bin. Was soll das? Ich liebe sie und weiß nicht, was in ihr vorgeht...

Planlos...
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nessie
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« Antworten #9 am: April 13, 2008, 15:25:21 »

Es muß wieder was raus...

Nach der Zeit des eisigen Schweigens konnte sie endlich sprechen. Vorallem offen sprechen. Sie braucht die Auszeit zum Nachdenken - über uns. Sie will auch das Positive unser Beziehung überdenken. Was ist noch übrig?
Momentan tendiert sie sehr zum endgültigen AUS, aber ein kleines bißchen in ihr stellt das noch in Frage. Ob das reicht will sie heraus finden.
Sie sagt, daß sie die ganze Zeit das Schlechte sehen wollte und jetzt manchmal auch an das Gute denkt.

So brutal wollte sie es mir nicht sagen, aber ich bin dankbar dafür.

Meine rosarote Brille habe ich abgelegt und an ein Zusammenkommen glaube ich fast nicht mehr...

Trotzdem ist es Schade!!!
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Rudi
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« Antworten #10 am: April 13, 2008, 15:50:20 »

Hallo Nessie,

Kopf hoch!!!

Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut für die Zukunft. Versuche nicht nach hinten zu schauen. Wende Deine Blicke nach vorne.
Heute ist der erste Tag vom Rest Deines Lebens...

Alles Gute dafür.

LG
Rudi
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« Antworten #11 am: April 14, 2008, 19:03:25 »





...heute ist sie ausgezogen...
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« Antworten #12 am: April 21, 2008, 20:51:14 »




...und das definitive AUS kam bei der eheberatung...

Bin momentan noch recht cool. Naja, durch die Hölle bin ich ja schon gegangen. Was kann mich noch erschüttern? Es ist einfach traurig, weil die Rettung so einfach gewesen wäre. Ist jetzt zu spät zum grübeln. Es ist einfach ganz langsam ausgelaufen, ohne Streit oder so. Einfach dahingeplätschert...

Grüße
nessie
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« Antworten #13 am: April 21, 2008, 21:52:32 »

Hallo Nessie,

ganz viele von uns mussten diese Erfahrung machen - ob mit Therapeut oder nicht...
 
Es ist sehr schmerzhaft, aber es wird besser und irgendwann gibt es auch wieder ein normales Leben - was immer normal ist... jedenfalls wird es wieder spannend... man macht ganz neue Erfahrungen...

*mutmach*

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« Antworten #14 am: April 21, 2008, 22:34:09 »

Hallo Nessie

Ich weiß wie du dich jetzt fühlst. Es ist raus, das endgültige Ende ist ausgesprochen und man kann nur noch akzeptieren.
Es ist schwer wegen der Kinder, man muß immer wieder aufeinandertreffen. Und man muß/sollte der Kinder wegen normal miteinander umgehen.

Aber was ist normal?Huh???
Mein Ex ist so Normal das man denkt es wäre alles noch in Ordnung, es fehlen nur die Körperlichen zuwendungen, wie in den Arm nehmen und Küssen,wenn wir uns sehen. Eben waren wir gemeinsam zum Elternabend im Kindergarten....Er macht sich Sorgen da ich so erkältet bin, Alles so vertraut und doch soo fremd. Das ist für mich quälerei..........

Ich wünsche Dir alles alles Gute......

Lg Shelty
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Ein Lächeln sagt mehr als 1000 Worte!!!
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