Autor Thema: Ein trauriges Jahr 2019 geht dem Ende zu  (Gelesen 971 mal)

Offline Alone71

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Ein trauriges Jahr 2019 geht dem Ende zu
« am: Dezember 31, 2019, 16:31:43 Nachmittag »
Hallo, Ihr Lieben,

ich lese nun schon seit ein paar Monaten in diesem Forum Eure Geschichten und erkenne davon vieles bei mir wieder und weine hier viel mit Euch.
Ich wurde im Sommer diesen Jahres verlassen, nachdem mir in unserem gemeinsamen Urlaub klar war, dass mein Noch-Mann sich immer mehr von mir entfernte.
Ich sprach ihn nach unserem Urlaub zuhause daraufhin an und er meinte nur, dass er irgendwie nicht mehr diese tiefen Gefühle für mich habe  :hammer:
Da er aber nichts von Trennung sagte und es nur noch schwierig so war, schlug ich dann vor, einen Monat zu meiner Schwester zu ziehen, damit ihm endlich klar würde, was er wolle.
Gesagt, getan. Ich war 4 Wochen weg und in der Zeit hatten wir uns für ein Telefonat verabredet. In diesem kam keinerlei Gefühl von ihm. Und mir war klar, dass wir uns hätten dies sparen können. Aber es war auch eine schöne Zeit, in der meine Schwester und ich uns wieder viel näher kamen.
Dann sprach er Anfang August aus, was mir ja eigentlich klar war. Er wollte sich trennen. Ich war sooo unendlich traurig und bin es leider noch heute. Wir waren 11 Jahre ein Paar, zwar waren wir verschieden, da ich recht unternehmungslustig bin und er eher weniger, aber wir hatten so viel Spaß miteinander und haben immer sehr viel gelacht und waren so harmonisch miteinander. Ich lebte dann noch bis Ende Oktober bei ihm in unserem gemeinsamen Mietshaus und unserem gemeinsamen Kater, den ich auch soo sehr vermisse.
Ich mußte erst eine Wohnung auf Sylt suchen und das ging nicht von heute auf morgen. Außerdem hatte ich immer noch die Hoffnung, dass er sich doch für uns entscheiden würde (wie doof von mir).
Bis heute kenne ich den Grund seiner Trennung nicht, da er ihn mir nie genannt hat. Aber auch das kennen ja viele von Euch. Und auch, wenn ich ihm dies nicht zutrauen würde, vermute ich, dass er Gefühle für eine andere hatte - auch wenn er das immer verneinte. Man trennt sich ja nicht ohne Grund. Ich war vor dieser Ehe einmal für 14 Jahre mit einem Mann zusammen, wo seine finanziellen Probleme unsere schöne Beziehung überlagerten und wo ich dann Gefühle für einen anderen Mann hatte. Ich habe zwar nie mit diesem anderen etwas, aber da war mir klar, dass ich mich trennen musste. Das habe ich dann auch irgendwann und habe nie etwas mit dem anderen gestartet. Hätte ich auch nicht, da ich erst 1,5 Jahre später bereit für etwas Neues war, da ich den Mann ja trotz allem noch sehr, sehr lieb hatte.
Also wird mich mein Noch-Mann wegen einer anderen verlassen haben. Wir hatten auch immer noch mal wieder Kontakt, wobei mir dieser nicht gut tut, da ich ihn noch so sehr liebe. Ich werde ihm also, wenn er sich wieder einmal meldet, sagen, dass ich keinen Kontakt mehr haben kann. Er fehlt mir so unendlich und Weihnachten war für mich die Hölle, auch mein Geburtstag Ende Oktober war so schrecklich. In dem letzten Telefonat, das wir vor 2 Wochen hatten, sagte er mir, dass er eine andere kennengelernt hätte. Bääääääämmm! Warum musste er gerade mir das erzählen? Rücksicht kann man keine nehmen. Er weiß noch um meine Gefühle. Danach habe ich noch mehr geweint. Man erzählt doch auch nicht irgendwem und schon gar nicht seiner Ex, dass man eine neue kennengelernt hat, wenn man die gerade mal 3-4 Wochen kennt? Wahrscheinlich lief das schon länger etwas? Aber alle Mutmaßungen sind ja sowieso überflüssig.
Heute würde ich mich am liebsten ins Bett legen und nur noch weinen, aber meine Schwester und Schwager bestehen darauf, dass ich mit ihnen und ein paar Freunden feiere und vielleicht ist das ja besser für mich.
Ich hoffe nur so sehr, dass das neue Jahr endlich einmal wieder fröhlich wird. Ich fühle mich so sehr einsam, obwohl ich meine Schwester in der Nähe habe und auch Freunde habe. Aber in meiner Beziehung fühlte ich mich so aufgehoben. Nun muss ich ständig in Bewegung sein, wenn ich etwas möchte. Ist aber alles gut, ich denke ich brauche einfach noch viel mehr Zeit, um wieder zu mir zu kommen und auch neue Leute kennenzulernen.
Nun höre ich gerade im Radio "Pocahontas" und mir laufen schon wieder die Tränen. Wann geht bloß endlich dieser Schmerz weg und wann versiegen die Tränen?
Ich weiß, dass viele von Euch diesen Schmerz kennen und deshalb fühle ich mich hier bei Euch gut aufgehoben.

Ich wünsche allen, dass Sie dieses Tal gut durchschreiten und dass es für alle bald wieder bergauf geht.
Habt ein schönes Jahr 2020
Eure Micha

Offline Medea

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Re: Ein trauriges Jahr 2019 geht dem Ende zu
« Antwort #1 am: Dezember 31, 2019, 16:39:10 Nachmittag »
Liebe Alone,
ich schicke dir ganz viele liebe Grüße zu diesem für dich traurigen Jahresabschluss eines traurigen Jahres.
Es ist gut, dass du deine Schwester hast. Und es ist bestimmt gut, wenn du mit ihnen feierst. Wenn du einmal Zeit für dich brauchst, dann sage es ihr ruhig, aber so bist du nicht den ganzen Abend alleine.
Höre nur das Lied und sei traurig, Alone, das ist wichtig, damit du wieder fröhlich sein kannst. Aber höre es nicht zu oft. Vielleicht gibst du dir bewusst eine Zeit der Traurigkeit. Und dann versuche etwas anderes zu machen, zu hören, sofern das möglich ist.
Pass gut auf dich auf.
Alles Gute für dich
Medea
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Offline Unglaublich_traurig

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Re: Ein trauriges Jahr 2019 geht dem Ende zu
« Antwort #2 am: Dezember 31, 2019, 23:16:46 Nachmittag »
Liebe Alone,
auch von mir viele liebe Grüße zum Abschluss eines schmerzlichen Jahres...
Das war ein hartes Jahr für Dich. Zumindest hast Du mehr Klarheit zu dem, was Du vermutet hast.
Vielleicht hilft Dir das ein wenig, wenn einige Zeit vergangen ist.

Ja, die Weihnachts- und Silvesterzeit ist ziemlich schlimm...
Deshalb ist es gut, dass Du mit auf das Fest gegangen bist.
Ich hoffe, dass Du dort wenigstens ein paar schöne Momente hattest.
Und Dich zurückgezogen hast, falls Dir danach war.
Denn auch die Traurigkeit braucht ihren Platz, damit Du dann wieder etwas anderes machen kannst.
Zumindest, es zu versuchen. Wie es Dir schon Medea geschrieben hat.

Eine möglichst guten Jahreswechsel für Dich, so gut es geht,
Unglaublich_Traurig

Offline Alone71

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Re: Ein trauriges Jahr 2019 geht dem Ende zu
« Antwort #3 am: Januar 01, 2020, 19:23:32 Nachmittag »
Hallo Unglaublich_traurig und Medea,

vielen Dank für Eure lieben Zeilen.
Ich wünsche Euch ein schönes neues Jahr. Habt Ihr auch ein wenig gefeiert?

Die Feier mit Familie und Freunden war sehr schön und ich war gut abgelenkt, aber nun hat mich die Realität wieder eingeholt und ich bin so traurig. Als mein Noch-Man dann gestern noch einen guten Rutsch und heute ein gutes neues Jahr gewünscht hat, war ich natürlich wieder total am Boden. So gern hätte ich mit ihm mein weiteres Leben verbracht und nirgendwo lieber hätte ich Silvester feiern wollen.
Nun sitze ich wieder hier in meinem neuen Zuhause - ohne Mann und Kater - und weine.
Wann wird es denn mal besser? Wie weit seid Ihr mit Eurer Trauer bzw. mit dem Neubeginn? Mögt Ihr mir ein bißchen darüber erzählen?

GlG
Micha

Offline Medea

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Re: Ein trauriges Jahr 2019 geht dem Ende zu
« Antwort #4 am: Januar 01, 2020, 21:36:05 Nachmittag »
Liebe Alone,
ich habe leider nur einen ganz schlechten Trost für dich. Den schlechtesten, den es gibt, wenn man traurig ist.
Es ist nicht das letzte Gefühl, das du haben wirst, auch wenn es sich so anfühlt, aber es dauert seine eigene Zeit. Und es dauert, wenn man mitten drin steckt, immer zu lange. Ich kann gut verstehen, wie dir die Traurigkeit das Herz abdrückt.
Gerne kann ich dir von mir erzählen. Ich weiß noch, wie ich nach Geschichten von anderen gelechzt habe. Mir hat es gut getan, und dann habe ich doch festgestellt, dass es  meine eigene Traurigkeit gar nicht so viel lindert, aber es war schon gut zu merken, dass man nicht alleine ist.
Dir zerbricht gerade ein Lebenstraum. Eine ganze Weile ist man einfach nur verzweifelt, kann sich gar nicht vorstellen, dass es ein lebenswertes Leben jenseits des eigenen Traums gibt. Eine ganze Weile ist man dann einfach nur traurig über das Scheitern, das aus unserer Perspektive irgendwie sinnlos erscheint. Irgendwann passiert etwas im eigenen Leben. Das muss gar nicht so viel mit der Trennung zu tun haben. Etwas im Leben anderer, Freunde, Familienmitglieder, Gutes und weniger Gutes. Und irgendwann ist das Leben, das gerade jetzt passiert viel wichtiger. Und dann will man dieses Leben. Aber es ist ein ganz schönes Stück weg, bis man dahin kommt.
Bei mir ist es jetzt fünf oder sechs Jahre her. Ich muss inzwischen tatsächlich nachrechnen, wann genau die Trennung gewesen ist. Ich habe ein anderes und gutes und glückliches Leben. Im Nachhinein, Alone, kommt mir die Zeit der Traurigkeit gar nicht so  lange vor. So lange, wie sie gedauert hat, kam es mir unendlich vor. Im Sinne des Wortes. Als eine Traurigkeit, die nie mehr enden wird. Und wie bin ich damit umgegangen? Jeder geht ein bisschen anders damit um. Aber eigentlich nicht so sehr viel anders als du. Ich habe geweint, gehadert, Dinge mit halbem Herzen ausprobiert, sinnlos gehofft, und Hoffnungen aufgeben. Bin verzweifelt, war wütend, verletzt. Die ganze Palette.
Was mir geholfen hat, war Austausch und Begleitung, hier im Forum, und von anderen Menschen.
Gerade nach einem schönen Abend, einem Treffen mit Freunden, die ablenken, ist man oft besonders wieder auf sich zurückgeworfen. Ich glaube, auch wenn ich es keinen wünsche, dass all diese Erfahrungen und Gefühle wichtig sind, um Abschied zu nehmen und irgendwann wirklich neu beginnen zu können.
Ich schicke dir ganz, ganz viele liebe Grüße in dein neues, unfreiwilliges Zuhause. Und wünsche dir, dass es zu deinem Zuhause wird.  Stehe jeden Tag für sich durch. Nimm jede gute Stunde als Gewinn. Und schreibe hier wieder, wenn es dir ein wenig gut tut.
Medea
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Offline Unglaublich_traurig

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Re: Ein trauriges Jahr 2019 geht dem Ende zu
« Antwort #5 am: Januar 01, 2020, 21:53:37 Nachmittag »
Liebe Alone,
auch ein gutes neues Jahr für Dich :-)!
Schön, dass Du wenigstens etwas abgelenkt warst.
Das ist schon ein kleiner Schritt gewesen.

Ich habe Silvester bewusst zu Hause verbracht.
Spazieren gegangen, Sport gemacht, telefoniert und im Forum geschrieben...
Ich konnte mir irgendwie nicht vorstellen, auszugehen. Vielleicht nächstes Jahr.
Letztes Jahr an Silvester war ich noch voller Hoffnung und Zuversicht.

Wann wird es denn mal besser, fragst Du. Das ist sehr individuell.
Medea hat es so gut beschrieben. Sie ist schon durch die wechselnden Tiefen der Trennung gegangen. Und hat die Höhen wieder erreicht.
Ich bin leider noch mittendrin. Die Trauer und der Schmerz verändern sich mit vielen Vor- und Rückschritten.

Sei´ möglichst geduldig mit Dir. Und versuche, Dir jeden Tag etwas Schönes, gar nichts Großes, vorzunehmen.
Auch, wenn es zuerst nicht so richtig Spaß macht...

Wenn Du möchtest, kannst Du auch gern in meinen Thread schauen.
Vielleicht hilft Dir auch das Wissen um Trennungsprozesse ein wenig weiter, wozu es viel Literatur gibt.

Einen möglichst guten Abend für Dich,
ganz liebe Grüße,
Unglaublich_Traurig


Offline Sam

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Re: Ein trauriges Jahr 2019 geht dem Ende zu
« Antwort #6 am: Januar 02, 2020, 03:24:30 Vormittag »
Liebe Alone ich kann es so gut nachvollziehen meine Frau hat mir Heiligabend auch gesagt das die gehen will, nach 20 Jahren. Es schnürt einem die Luft ab man lebt in einer Blase und hofft aufzuwachen und alles ist gut, aber nichts ist gut. Ich dachte seit Weihnachten bin ich stärker geworden aber ich bin gar nicht viel weiter gekommen. Ich liebe meine Frau noch so sehr, habe aber such einen 11 Jahre alten Sohn der nicht darunter leiden soll, für uns bricht alles zusammen. Ich habe aber auch dieses Forum mit den tollen Leuten schätzen gelernt, hier kannst du schreiben und hilfe von Leuten bekommen die wissen wovon sie reden. Ich wünsche dir Kraft und Ausdauer schreibe deine Gedanken auf es hilft

Offline Alone71

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Re: Ein trauriges Jahr 2019 geht dem Ende zu
« Antwort #7 am: Januar 02, 2020, 20:48:30 Nachmittag »
Hey liebe Medea, liebe Unglaublich_traurig, lieber Sam,

ganz herzlichen Dank für Eure einfühlsamen und ehrlichen Worte.
Den Hinweis von Dir, liebe Medea, dass alles seine Zeit braucht, dass man versucht, halbherzig Dinge zu tun, die eben nicht die richtigen sind, dass nach einem Treffen mit einer Freundin und netten Menschen, man zuhause wieder in diese Leere kommt etc. habe ich nun natürlich auch immer am eigenen Leibe erfahren, denke aber auch, dass das wichtig für die Entwicklung und die einzelnen Schritte der Kummer-Bewältung ist.
Ich habe immerhin vor 2 Wochen mit dem Rauchen durch Hypnose aufgehört und das in dieser schwierigen Zeit. Also bin ich mächtig stolz auf mich! Mit meinem Noch-Mann hätte ich das nicht geschafft. Also, ein richtiger Schritt in die gewünschte Richtung.
Es ist nicht schön, wenn Träume, Wünsche, Werte mit Füßen getreten werden und man dadurch den Glauben an die Liebe, an die Ehe etc. verloren hat. Meine Eltern feiern in diesem Jahr ihren 60. Hochzeitstag. Das hätte ich zwar nie geschafft (wir waren ja erst 2 Jahre verheiratet und ich bin Ende 40, aber naja :giggle:
Ihr wisst schon, was ich meine. Ich habe bewußt geheiratet und hätte bis ans Lebensende wörtlich nehmen wollen und auch die guten und schlechten Zeiten. Heute scheinen solche Werte überhaupt nicht mehr wichtig zu sein und auch das Betrügen und Austauschen von Lebenspartnern scheint völlig üblich.
Es gibt so viele Ehen, wo gelogen und betrogen wurde und so wenig Ehen, die scheinbar gut funktionieren. Diese Ehen kann man irgendwie an einer Hand abzählen.
Also bleibt einem wohl nichts anderes übrig, als ohne Partner glücklich zu werden und die Zeit wird kommen.
Lieber ohne jemanden, als mit so einem Menschen. Hier in diesem Forum fühle ich mich gut aufgehoben und verstanden und natürlich werden wir alle irgendwann und jeder zu seiner Zeit wieder zufrieden und glücklich sein. Der Weg ist das Ziel.
Sam, es tut mir sehr leid, dass Du es auch noch an diesem so besonderen Tag (Fest der Liebe) von Deiner Frau erfahren hast und kann nur hoffen, dass Du für Deinen Sohn halbwegs stark sein kannst. Aber auf jeden Fall kannst Du ihm zuhören und für ihn da sein und er tut Dir gut.
Liebe Unglaublich_traurig, ich werde mir Deinen Thread anschauen wg. der Literatur. Im Moment lese ich "Die Vermessung der Liebe" von John Gottman. Dort sind sehr gute Vergleiche, Beispiele, Tipps zu finden.

Habt einen schönen Abend und danke, dass Ihr meine Gedanken, Gefühle mit mir teilt.

Liebe Grüße
Micha

Offline Medea

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Re: Ein trauriges Jahr 2019 geht dem Ende zu
« Antwort #8 am: Januar 03, 2020, 18:05:10 Nachmittag »
Liebe Alone,
natürlich ist es besser alleine glücklich zu werden als an der Seite des falschen Partners. Ich kann dich gut verstehen, und ich denke, wir alle hier haben bei der Eheschließung das Versprechen ernst genommen. In guten wie in schlechten Tagen, bis dass der Tod uns scheide. Jedes Glück und jede Liebe will Ewigkeit. Aber manchmal vergeht die Zeit, und was für die Ewigkeit gedacht war, hält nur einen Augenblick oder auch manchmal Jahrzehnte, aber dann hat sich diese Ewigkeit überlebt.
Es ist völlig normal, dass du jetzt kritisch auf die gelingenden und die misslingenden Ehen in deinem Umfeld schaust. Vermutlich ist eine wirklich gelingende Ehe schon immer etwas besonders Seltenes gewesen, und ja auch abhängig von den eigenen und den gesellschaftlichen Erwartungen an eine gute Ehe. Ich denke inzwischen, Ehen halten, wenn sich beide Partner immer wieder neu dafür entscheiden, sie im eigentlichen Sinn des Wortes zu führen. Das ist nicht immer so. Manchmal gibt es sicher auch Konstellationen, in denen sich Partner gegenseitig nicht gut tun, aber die meinst du nicht, und die meine ich nicht, und die sollen einmal außen vorgelassen werden.
Wichtig ist, dass du den Blick zurück auf dich lenkst. Jetzt hast du den Glauben an die Liebe verloren, so wie du einmal daran geglaubt hast. Das ist schlimm genug. Das weiß ich noch gut. Jetzt ist die Aufgabe, diese Enttäuschung in dein Leben zu integrieren, und den Glauben an deinen eigenen Weg zu stärken. Und genau das tust du ja.
Das ist wirklich ein Grund stolz auf dich zu sein, dass es dir gelungen ist, das Rauchen aufzugeben, in dieser Zeit. Mir wäre das nie gelungen. Und so werden dir auch alle anderen Schritte auf den Weg zu dir gelingen.
Ich schicke dir ganz viele liebe Grüße
Medea
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Offline Alone71

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Re: Ein trauriges Jahr 2019 geht dem Ende zu
« Antwort #9 am: Januar 04, 2020, 23:32:41 Nachmittag »
Liebe Medea,

ganz herzlichen Dank für Deine aufbauenden Worte.
Jeder von uns findet/fand seinen Weg und der ist das Ziel und wer weiß - vielleicht findet die/der eine oder andere ja auch irgendwann noch einmal das Glück, das er verdient bzw. genießen kann und das viel besser passt.
Es geschieht sicher nichts einfach so - alles hat seinen Sinn, auch wenn man den jetzt nicht erkennen kann.

Herzliche Grüße
Micha

Offline Alone71

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Re: Ein trauriges Jahr 2019 geht dem Ende zu
« Antwort #10 am: Januar 15, 2020, 21:46:59 Nachmittag »
Hallo Ihr Lieben,

ich habe heute wieder so ein Tief und könnte nur weinen. Morgen hat mein NM Geburtstag und eine gemeinsame Freundin hat mir mitgeteilt, dass er morgen mit der Neuen unterwegs ist.
Warum tut es noch immer so sehr weh? Er hat die Trennung Anfang August 2019 ausgesprochen und ich wohne seit Ende Oktober 2019 alleine in meiner neuen Wohnung.
Warum schaffe ich es nicht, über ihn hinweg zu kommen? Ist es die Einsamkeit? Ist es die Enttäuschung? Sind es verletzte Gefühle? Oder, weil ich alles in ihm gesehen hatte, was er wohl gar nicht war?
An alle, die nun schon länger allein sind bzw. nach einer extremen Enttäuschung:

Wie lange hat es bei Euch gedauert, über den Ex hinweg zu kommen? Habt Ihr Euch wieder verliebt? Wie alt seit Ihr?

Gestern war nach 5,5 Monaten der erste Tag, an dem ich einmal glücklich war. Ich fühlte mich hübsch, wohl und glücklich. Das wirklich erste Mal seit der langen Zeit  ???

Wie geht, ging es Euch?

Liebe Grüße
Micha

Offline Medea

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Re: Ein trauriges Jahr 2019 geht dem Ende zu
« Antwort #11 am: Januar 16, 2020, 18:06:00 Nachmittag »
Liebe Alone,
von ganzem Herzen hoffe ich, dass du heute gut durch diesen Tag gekommen bist.
Es tut weh, weil du keine Maschine bist. Und weil deine Gefühle tief gewesen sind. Es tut weh, weil der Bruch so radikal ist. Und es so viele Verflechtungen gegeben hat.
Und seit August, das ist keine so lange Zeit, auch wenn sie sich ewig anfühlt. Und gerade an den besonderen Tagen reißt der Schmerz auf, gerade wenn man solche Neuigkeiten erfährt. Wenn es geht, wäre es besser, dich gegen solche Informationen abzuschirmen. Egal, was du hörst, es verletzt nur. Die Wunde ist noch zu frisch. Und es ist Enttäuschung, es ist die Diskrepanz, was er für dich gewesen ist und wer er heute ist. Die Einsamkeit hilft auch nicht gerade.
Abschied nach vielen Jahren ist manchmal ein langer Weg.
Aber, du hast dich einen Tag wohl und hübsch und glücklich gefühlt. Und das wird wieder kommen und mit der Zeit länger bleiben. Es wird übrig bleiben.
Verwöhne dich heute Abend selbst ein bisschen.
Viele liebe Grüße
Medea
P.S. Ach ja, dass hattest du noch gefragt, wie lange hat es gedauert. Es hat jeder seine eigene Zeit und ich gebe gar nicht gerne Zeiträume an, weil man sich dann vergleicht und sagt, ich müsste jetzt schon weiter sein. Du hast dein eigenes Tempo, Micha. Ganz will ich dir die Antwort aber nicht schuldig bleiben,  ich glaube, ich habe zwei Jahre gebraucht. Nach vielen Jahren lebe ich heute ein selbstbewusstes, glückliches und auch neu verliebtes Leben.
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Offline Alone71

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Re: Ein trauriges Jahr 2019 geht dem Ende zu
« Antwort #12 am: Januar 16, 2020, 23:50:48 Nachmittag »
Hallo Medea,

dankeschön für Deine Antwort.
Ja, es tut sehr weh und bis vor kurzem (bevor er nun die Next präsentiert hatte), hatte ich - trotz allem - Hoffnung.
Ich weiß, dass das doof ist. Aber ich liebe ihn bzw. ihn, wie er einmal war.
Wir waren immer sehr verschieden, aber ich liebte ihn und ging mehr Kompromisse ein, wie es sicher gut für mich war.
Das ist mir schon lange klar. Warum macht man bzw. Frau das? Ich habe einige Freundinnen, mit denen ich darüber gesprochen habe.
Die einhellige Meinung ist die, dass Frauen es oft schön in der Beziehung haben wollen - auch auf Kosten der eigenen Wünsche/Bedürfnisse.
Ist das so? Wahrscheinlich.
Ich hatte den ganzen Tag viel um die Ohren. War arbeiten, bekam eine Geschirrspülmaschine geliefert, die aufgebaut wurde. Dann musste ich heute Morgen mein Auto in die Werkstatt zur Inspektion bringen und holte es heute Abend ab.  Meine Freundin schnitt mir meinen Pony, ich kaufte das Abendessen für sie vorher ein. Nach alldem war ich heute Abend bei meiner Schwester zum essen eingeladen.
Außerdem habe ich ein paar Sachen zu ihr gebracht, weil ich nächste Woche operiert werde und ich danach 2 Tage bei ihr einziehe (wegen evtl. Kreislaufprobleme).
Also war ich sehr abgelenkt. Ich rief bei meinem Noch-Mann aber heute Abend noch kurz an (ich wußte ja, dass er wahrscheinlich nicht da sein würde). So konnte ich wenigstens auf seinen neu besprochenen Anrufbeantworter sprechen, um ihm zu gratulieren. Es tat weh, aber das ist ja so.
Ich stelle mir nun immer vor, dass er mit seiner Neuen sicher ein paar gute Jahre mit vielen Unternehmungen haben wird und er dann wieder zum Couchpotatoe mutiert. Aber dann bin ich über ihn hinweg und im nächsten Jahr (am 16.01.2021) bin ich über ihn hinweg und schreibe ihm höchstens noch eine Whatsapp zum Geburtstag.
Schön, dass es Hoffnung gibt und dass Du nach einigen Jahren nun wieder glücklich und sogar ein neu verliebtes Leben führst. Das freut mich sehr und das wünsche ich mir auch für mich. Ich bin zwar schon fast 50, aber das heißt ja nichts. Es kann nur besser werden und das wird es sicher.

Dankeschön für Deine lieben Worte
Schlaf schön

Micha

Offline Medea

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Re: Ein trauriges Jahr 2019 geht dem Ende zu
« Antwort #13 am: Januar 18, 2020, 21:16:32 Nachmittag »
Liebe Alone,
Ablenkung ist gut und noch besser, Freundinnen, eine Schwester zu haben, die dabei hilft, neben dem Alltagskram.
Natürlich hast du ihn geliebt, wie er ist. Und die Entwöhnung dauert lang und ist nicht leicht.  Es heißt, man liebt nicht wegen sondern trotz.
Warum gehen Menschen Kompromisse ein? Und ich denke, das machen auch Männüer. Aus vielen unauslotbaren Gründen. Weil Kompromisse dazugehören, wenn wir mit Menschen zusammen leben, egal, welcher Art die Beziehung ist, besonders aber bei so viel Nähe wie in einer Partnerschaft. Weil vom gegenwärtigen Standpunkt aus, die Entscheidung ganz schwer ist, was ein normaler Kompromiss ist, und wann er zu  weit geht, also einseitig immer auf die eigenen Kosten. Weil im täglichen Zusammenleben sich Grenzen verschieben, sich normal anfühlt, was schon lange nicht mehr normal ist in den Augen Außenstehender. Und manchmal ja auch umgekehrt, was eigentlich normal wäre als unterträgliche Zumutun empfunden wird. Und von außen und mit Distanz urteilt es sich viel leichter.
Hadere nicht so viel mit dir. Du hast geliebt, und du hast gegeben, dich engagiert. Jetzt gerade erlebst du eine unfreiwillige Freiheit. Das tut weh, und manchmal sieht man schon während des Schmerzes neue Freiheiten und Möglichkeiten. Und genau das hilft, den Weg in die Zukunft zu ebnen. Du wist das schaffen, Alone.
Alles Gute für den anstehenden Eingriff.
Ganz, ganz liebe Grüße
Medea
Und ach ja, beinahe hätte ich es vergessen. Ich bin auch so gut wie 50.
Zu einfache Antworten verengen das Weltbild, schlimmstenfalls das Menschenbild, immer die Zukunft.

Offline Alone71

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Re: Ein trauriges Jahr 2019 geht dem Ende zu
« Antwort #14 am: Januar 18, 2020, 23:03:13 Nachmittag »
Hallo Medea, herzlichen Dank für Deine einfühlsamen Worte. Und danke für die guten Wünsche wg. der OP. Heute habe ich eine Freundin besucht, die etwas weiter entfernt von mir lebt. Es war sooo schön. Sie hat vor 4 Jahren von ihrem Mann den laufpass erhalten und hängt irgendwie noch immer an ihm. Wir haben über unsere Gefühle gesprochen und hatten einen schönen Tag. Es wird sicher alles besser.
Liebe Grüße
Micha